(Werbung) Ikebukuro ist eines der vielen Zentren Tokios und nach Akihabara wohl der Ort mit den meisten Spielhallen und Manga/Anime Geschäften. Wem das nichts sagt: Mangas sind japanische Comics und Anime Zeichentrickfilme oder Serien, die meist auf Mangas basieren. Beides sehr bunt, kreativ und vielfältig und in Japan nicht im geringsten nur für Kinder gedacht. Dem entsprechend zieht Ikebukuro ein breites und sehenswertes Publikum an. Also genau in meinem Interessengebiet. 

Zu erreichen mit der JR Yamanote Line ist Ikebukuro Station die am zweitstärksten frequentierte Station in Tokio, direkt nach Shinjuku Station. Auch wenn mein Startpunkt Shinjuku ist werde ich beide Stationen heute nicht sehen und mache den Weg lieber zu Fuß. Laut Karten sind das in etwa 4km und das Ganze in einem Teil von Tokio, der für mich noch unbekannt ist. Also absolut einen Spaziergang wert.

 

Zu Fuß durch Tokio

Zu Fuß durch Tokio ist sehr unproblem­atisch. Die Fußwege sind breit. Es gibt genügend Verpflegung. Fast an jeder Ecke ist ein kleiner Supermarkt. Man sollte dabei allerdings bedenken, dass es in Japan eher unüblich ist in der Öffentlichkeit zu essen. Also findet man dementsprechend nur selten einen Mülleimer. Da hilft es sehr eine Tasche oder einen Rucksack dabei zu haben, um etwas verstauen zu können.

Immer wieder begegnen einem öffentliche Toiletten, die man ohne weiteres nutzen kann. Sie sind meist sehr sauber und es gibt Seife und fließend Wasser. Im Notfall kann man auch auf eines der zahlreichen Kaufhäuser ausweichen. Das muss auch bedacht werden, wenn man eine Stadt zu Fuß erkundet. Auf diese Weise habe ich in Tokio schon über 40km am Tag zurück gelegt und die Stadt so wirklich gut kennen gelernt. 

Noch ein kurzer Tipp am Rande: es gibt zahlreiche Apps mit denen man Offline navigieren kann. So z.B.CityMaps2Go von Ulmon für IOS*** und Android. Extrem hilfreich wenn man einfach drauflos gehen will. 

 

Los geht‘s 

Ich breche also in Shinjuku auf, arbeite mich vorbei an der Shinjuku Station und biege dann links auf die Meiji Dori ein. Eine der wichtigsten Shopping Straßen in Tokio. Hier findet man einige der bekanntesten Japanischen Kaufhäuser sowie internationale Geschäfte und Marken. Sie führt durch Tokio‘s Mitte und verbindet so bekannte Stadtteile wie Shibuya, Harajuku, Shinjuku und eben Ikebukuro. Ab hier geht es für mich nur noch gerade aus. 

 

Hanazono Jinja Schrein 

Noch in Shinjuku komme ich am Hanazono Jinja Schrein vorbei. Ein Shinto Schrein aus dem 17. Jahrhundert. Erbaut von der Hanazono Familie und Inari, dem Gott der Fruchtbarkeit und des weltlichen Erfolgs gewidmet. 

Eine kleinere, eher unauffällige Anlage. Wunderschön bis in‘s Detail und wie die meisten Tempel in Tokio, erstaunlich ruhig trotz der Lage mitten in der Stadt. Ich liebe es durch Zufall auf solche Orte zu stoßen und dort dann auch eine Weile zu bleiben. Ich sehe mir alles genau an und mache auch gerne ein paar Fotos, aber immer mit Rücksicht und Respekt vor denen, für die solche Orte keine Touristenattraktion sind.

Nach ein bisschen Ruhe gehe ich weiter und lasse die verschiedenen Einflüsse der Stadt auf mich wirken. Ich genieße die Begegnungen, die kurzen Blickkontakte. Ein lächeln hier, eine höfliche Geste dort. An den Ampeln die typischen „bib bub“, oder „bew, bewbew“ Geräusche, die einem sagen, dass man jetzt gehen darf. Jeder der schonmal hier war weiß wovon ich rede. Ich liebe es einfach mich hier treiben zu lassen und ein Teil des Ganzen zu sein.

 

Hochhaus voller Spielautomaten 

Schneller als erwartet erreiche ich Ikebukuro und sehe direkt, dass der Weg sich gelohnt hat. Vor mir eine riesige Spielhalle mit einer Aufschrift, die mich sehr an meine Kindheit erinnert. Diese Spielhallen sind Hochhäuser voll mit aktuellen und Retro Spielen, Fotoboxen und Pachinko Automaten, die ich übrigens immer noch nicht verstehe. Etagen voll mit Musikspielen, die sowohl meine Geschwindigkeit als auch mein Gehör völlig überfordern. Es ist eine völlig andere Welt, die mich jedes mal wieder begeistert.

In den folgenden Straßen reiht sich ein Manga und Anime Laden an den nächsten. Modellbausätze und Figuren von mir bekanntem und von noch viel mehr mir unbekanntem. Gut das mein Geldbeutel ganz tief in meinem Rucksack ist…unter der Essensverpackung für die ich keinen Mülleimer gefunden habe.

 

Sunshine City 

Am Ende der Haupteinkaufsstraße, der Sunshine 60 Dori, östlich der Ikebukuro Station, liegt  Sunshine City. Sie ist wohl die größte Mall in der Gegend. Mit dem Pokemon Megastore, dem “One Piece”, “Dragon Ball” und “Naruto” Themen Park namens J-World Tokio und vielen weiteren Geschäften dieser Art ist die Dosis an Popkultur hier ebenfalls hoch. Das ist aber bei weitem nicht das Einzige was ich in der Sunshine City machen könnte. 

Eine Vielzahl japanischer, chinesischer, koreanischer und westlicher Restaurants versuchen mich mit Ihren Shokuhin-Sanpuru (jap. für Lebensmittelbeispiel – nachgemachte Gerichte aus Plastik oder Wachs) zu locken. Am liebsten würde ich alles probieren. Auch sonst bietet Sunshine City neben einem Aquarium und einem Planetarium noch so einiges mit dem ich viel Zeit verbringen könnte. Das dann aber an einem Tag mit schlechterem Wetter. Heute ziehe ich lieber weiter und erkunde die Gegend noch ein wenig mehr. 

 

Gokoku-ji Tempel

Bevor ich mich langsam wieder in Richtung Shinjuku aufmache, will ich noch einen kleinen Bogen über Tokio’s Stadtbezirk Bunkyō machen. Auf meiner Karte habe ich einen weiteren Tempel entdeckt, den ich mir gerne noch ansehen möchte. Er liegt noch einmal etwa 2,5km von Ikebukuro entfernt. Sollte der Ort es zulassen will ich dort noch ein wenig ausruhen und vielleicht schon einen Teil meiner Eindrücke festhalten. 

Der Plan geht auf. Es ist eine größere Anlage. Umgeben von einem weiteren Schrein und einem Friedhof ist es hier besonders ruhig und friedlich. Ich betrete den Tempel über das Niō Tor, bewacht von zwei beeindruckenden Tempelwächtern nach denen es benannt wurde. Ich gehe durch den ersten Hof und steige die Treppen hoch zum Mitteltor welches hier „Tor der Unsterblichkeit“ (Furō-mon) heißt. 

Oben angekommen sehe ich die Haupthalle vor mir. Ein wunderschöner, hölzerner Bau mit detailreichen Schnitzereien und einem mit Kupferblech gedecktem Dach. Errichtet 1697 wurde er 1928 hier her versetzt, als die ursprüngliche Haupthalle bei einem Brand verloren ging. Ihr Dach ist vom Grünspan komplett gefärbt, so wie Lady Liberty in New York. Ich liebe dieses Grün.

Die gesamte Anlage ist mit wunderschönen, gepflegten Bäumen und Büschen bepflanzt. Nichts wirkt hier zufällig. Alles ist genau so gewollt. Genau das macht für mich solche Orte aus. Die Liebe zum Detail und die Annäherung an die Perfektion.

Nachdem ich mich noch ein wenig umgesehen habe kehre ich zum Niō Tor zurück und setze mich dort auf eine Bank. Ich fange an erste Gedanken aufzuschreiben. Hier bleibe ich noch eine Weile sitzen. Ich genieße die Ruhe und die Tatsache, dass dieser Tempel unter Touristen noch nicht so bekannt zu sein scheint.

 

Keine Angst!

So langsam beginnt es zu dämmern und ich mache mich auf den Rückweg. In Tokio muss man sich nicht im geringsten Gedanken machen, wenn man im Dunkeln unterwegs ist. Die Kriminalität ist hier sehr gering. Ich habe noch nie eine Situation erlebt in der ich mich unwohl oder unsicher gefühlt hätte. Da ich heute Abend aber noch essen gehen und meine Lieblingsbar besuchen will – das 8Bit Café in Shinjuku (Darüber erzähle ich euch in einem späteren Beitrag mehr) breche ich jetzt auf. Bis zum Hotel sind es ja noch einige Kilometer.

Ich habe heute wieder gemerkt wie gerne ich in Tokio unterwegs bin, wie sehr ich Japan mag und das „zu Fuß“ meine liebste Fortbewegungsart ist. Auf keine andere Weise fühle ich mich so dicht an einem Ort und dessen Bewohnern. Bei keiner anderen Art der Fortbewegung kann ich mich so gut entspannen und habe den Eindruck Orte wirklich kennen zu lernen. Dort wo das möglich ist werde ich es immer so machen.

 

Fazit

Ikebukuro und Umgebung sind definitiv einen Besuch wert. Ein bunter Teil Tokios der Fans japanischer Popkultur absolut auf ihre Kosten kommen läßt und mit seinen Shopping Möglichkeiten, Kulinarischen Angeboten und Kulturellen Sehenswürdigkeiten auch alle anderen nicht enttäuschen wird. Wenn es bei eurem Besuch in Tokio nicht allzu weit entfernt ist…geht zu Fuß!

Ich hoffe ich konnte euch hier ein Paar hilfreiche Informationen geben und ihr habt die eine oder andere Anregung für euren nächsten Tokio Besuch bekommen.

Seit ihr auf Reisen auch zu Fuß unterwegs? Was habt ihr damit für Erfahrungen gemacht?

 

Links

CityMaps2Go von Ulmon für IOS***

 

 

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